aus der Schulzeitung 1977 – Teil 6

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 6
Eenmal hebt se „August mit denn Arm“ een fürchterlichen Streich speelt. In sien holttelt an de Promenad‘ Harn irgend welche schabernackschen Lüt een Ackerwagen von „Niklas Schomaker“ ut’n een nahmen un in sät Telt weder tosommenbuut. Dann hewt se mit Schufkoorn de halbe Nacht arbeit‘ un denn Wagen bit baben vull Mäss packt. Anner Morgen kikt „August“ Ute Finster un süht….een wagendissel ut Telt kieken un wunnert sik….geiht dor hen un süht nu de Bescherung un wunnert sik noch mehr un „slög mi denn Arm“ un sä: „wo hebt sie denn nur hier rinnekregen? Se hewt doch nich dat Dack afdeckt?“
Ik glöw, de Slachter harn de Finger dor mang….un ganz Niendörp hätt Spaß hatt.

Einmal haben sie „August mit dem Arm“ einen fürchterlichen Streich gespielt. In seine offene Holzhütte an der Promenade haben irgend welche „durchgeknallten“ einen Ackerwagen von „Niklas Schomaker“ auseinander genommen und in seiner Holzhütte wieder zusammen gebaut. Dann haben sie mit Schubkarren die halbe Nacht gearbeitet und den Wagen mit Mist vollgepackt. Am nächsten morgen schaut „August“ aus seinem Fenster und sieht …..eine Wagendeichsel aus der Holzhütte rausschauen und wundert sich…geht da hin und sieht die Bescherung und wundert sich noch mehr…er „schlägt mit den Armen“ und sagt:“wie haben sie den nur hier rein bekommen? Sie haben doch nicht das Dach abgedeckt?“
Ich glaube, der Schlachter hatte seine Finger dazwischen…und ganz Niendorf hat Spaß gehabt.

aus der Sculzeitung 1977 – Teil 5

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 5
„August mit demm Arm“ (August Muuss) much denn Rum so giern, un de „Kaaker“(Alex Muuss), wat sien Söhn wier, köft in Harwst „50 l Rum int Fatt“. Wenn de „Kaaker“ nu an Dag biet Fischen wär, böhr „August“ een Spundlock in dat Fatt, besorgt sik een gadlichen Strohhalm, un sögt Dag vör Dag, denn ganzen Winter so 5 – 6 Sluk dorvon. Int Fröhjohr, als de „Kaaker“ dat Fatt ansteeken will….., dor wär dat leer!

„August mit dem Arm“(August Muuss) mochte den Rum so gerne. Der „Kaaker“ (Alex Muuss) welches sein Sohn war, kaufte im Herbst „50 l Rum im Fass“. Wenn der Kaaker nun am Tag beim Fischen war, bohrte „August“ ein Loch in das Fass, besorgte sich einen passenden Strohhalm, und sog Tag für Tag, den ganzen Winter durch 5 – 6 Schluck davon. Im Frühjahr, als der „Kaaker“ das Fass anstechen will…, da war es leer!

Aus der Schulzeit 1977 Teil 8

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 9

Meist alle harn in Niendörp ’n „Ökelnam’n“. Dor von den Familiennamen: „Lender, Krüger, Knoop, Mundt, Böbs“ – un anner mehr – to veel vertreten wiern, erfünn man de „Erkennungsmark‘.“ Dor wier bi de öllere generatschon – um nur eenige to nennen: „Hunter-Lenner“,“Düwel-Hinnerk“, „Mochel“, „Käp’n Fing’n“, „Bismarck“, „de oll Hindenburg“ un „Ludendörp“, „Tütel-Meyer“, „Sliper Brandt“, „Meister Kitt“ un dann de „Senator“, „Drusus“, „Schleswig-Holstein“, „Schieter Ritter“, „Kule Knoop“, de „Kaaker“, „Hein Fienbrot“, „Hans-Papa“, „Korl Aps“ und dann noch ’n beten jünger:“Hein Gummi“, „Moses“, „Adje Pup“ oder ok „Lombas“ nennt, und noch veele, veele mehr!
Awer ok de Damen wiern dormols all „emanzipiert“! Dor wier: de „Fürstentochter“, „Gräfin Mariza“, „Miß Meta“, Tante Anna“, „Honnigdurn“, „Tüke Hott“ un „Adele Sandrock“.
Ik dröp mal – as Ik no’n lütt Deern wär -mit „Karl Evers“ alias „Korl Aps“ tosomm‘ mök ’n Knicks un sä „Tag Herr Aps“. Wat reagier de komisch! Ik wär ganz platt, als he wütend wür un sä: „Ik will di bi „Herr Aps“ – Ik heet „Evers“! Na, dat hew Ik mi awer markt un nie wedder segg. Trotzdem sünd wi später good mit’n anner utkamen. Wenn he mal son Lütten Sitten har, denn gäw he ja „Grün ist die Heide ….“ ton besten.

Meist alle hatten in Niendorf ein Ökelnamen“. Da von den Familiennamen : Lender, Krüger, Knoop, Mundt, Böbs und andere mehr – zu viel vertreten waren, erfand man die „Erkennungsmarken“. Da war bei der älteren Generation – nur um einige zu nennen: // ich werde sie hier jetzt nicht wiederholen//
Aber auch die Damen waren damals alle „emanzipiert“! Da waren: // ich werde diese hier jetzt auch nicht wiederholen//
Ich traf mal- als ich noch ein kleines Mädchen war- mit „Karl Evers“ alias „Korl Aps“ zusammen, machte einen Knicks und sagte „Tag Herr Aps“. Was reagierte der komisch. Ich war ganz platt, als er wütend wurde und sagte „ich will dir was „Herr Aps“ ich heiße „Evers“! Na das habe ich mir aber gemerkt nie wieder gesagt. Trotzdem sind wir später gut miteinander ausgekommen. Wenn er mal so einen Kleinen im Tee hatte, dann gab er ja immer „Grün ist die Heide …..“ zum besten.

So, wer nun die Ökelnamen auflösen kann…bitte lasst euch nicht bremsen.

Aus der Schulzeit 1977 Teil 7/2

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 7(Teil2)
Ach,..wi wärn ja biet „Geld verdeen.“
De Deerns passen namittags op de lütten Kinner, spielten mit eer oder klabasterten mit de hochröd’rigen Kinnerwagen ümher. Anner wedder löpen för öllere Lüt na’n Koopmann oder na de Post un so!
„Tetje Dankert“ ton Beispiel, de verköft junge Katten; meistens wür he de bi „Fru Minsch“ opn Höb’n los. För dat Geld hol he sik bi „Bäcker Rau“ – denn sien Ool’n Dörfern dat nich weeten – ’n groot Han‘ vull Lollis. Dann dröp he sik mit „Dr.Görtz“(Hermann Schütt) un es slikerten sik na’n“Lögenbarg“, und wenn de Luft rein wär, kröp’n se unner „Peter Hardt“ sien Strandhus, dat dor an de Eck stün. Ganz alleen wiern se dor nich, denn ’n poor Höhner kenn’n sik an de stell ok un lechen eer Eier dor weg. Meistens wiern de Dinger awer anbröt un nich mehr to gebrucken. Un ünner dit Strandhus wür sik nu achter de dicken Kandi-Lollis mokt. Wer’n Genuß…nur toletz smecken se gornich mehr so rech‘- un dat Abendbrot nahher ok nich…denn ’n poor Stund’n wär de Gaumen in de Tung von de ole lutscheree noch twei.

Ab heute gibt es keine Übersetzung mehr….versucht es mal selbst.

aus der Schulzeitung 1977 – Teil 7/1

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 7 (Teil 1)
„To Geld kommen“….wie schull man das freuer maken?! „Joppen“, so wi hüt – kennt man dormols noch nich. De Jungs sä’n to dat se för de Gäst‘, de mit’n Zug kämen, de Kuffer naht Quartier bringen kun‘. Dat ging mit’n Blockwagen, Schufkoorn oder son Kiss mit röd‘. Forröd‘ Harn noch nich viel Lüt. Dormols har sik „Nitz-Wohlert“ (Werner W.) son ooln Drahtesel inhandelt. Op denn hew Ik dat Radforn ok liiert… Dat rechte been käm durch den Rahmen un denn stell‘ man denn linken foot biet loopen op de anner Pedal; dat heet, wenn man Glück har. Frilop gäw dat noch nich, un so güng de Dinger immer rundüm. Wer gornich eenfachbi de Fohrt, de man dorbi kreeg….un dann noch de Balance‘ to holln! Rutsch man aff von de Pedal, slög dat diert een ümmer an de wad’n..dün‘ ganz schön weh, – na, un smeerig wür de sak ok bös. Dat stoppen wär ok nich licht – meist sust man gegen ’n Boom oder ne Muer, oder man nei denn Grab’n hendal.
Ja so harn wi ok all uns Problem‘!
„Zu Geld kommen“… Wie sollte man das früher machen?! „Jobben“, so wie heute – kannte man damals noch nicht. Die Jungs sahen zu, das sie für die Gäste, die mit dem Zug kamen, die Koffer in deren Quartiere bringen konnten. Das ging mit dem Blockwagen, Schubkarre oder einer Kiste auf Rädern. Fahrräder hatten noch nicht viele Leute. Damals hatte sich „Nitz-Wohlert“ (Werner W) einen alten Drahtesel besorgt. Auf dem habe ich damals auch das Radfahren gelernt … Das rechte Bein kam durch den Rahmen und dann stellte man den linken beim laufen auf das andere Pedal, das heißt, wenn man Glück hatte. Freilauf gab es noch nicht, und so gingen die Pedale immer rundum. War gar nicht einfach die Fahrt, die man dabei bekam…und dann noch die Balance halten. Rutscht man ab von der Pedale schlug die immer gleich in die Wade…tat ganz schön weh, -na und schwierig wurde die Sache auch. Das anhalten war auch nicht leicht – meist sauste man gegen einen Baum oder eine Mauer. Oder man fuhr in den Graben hinab.
Ja, so hatten wir auch alle Misere Probleme!

aus der Schulzeitung 1977 – Teil 4

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 4

„Huter“ Lender de har, wie de annern Fischer ok, Hengstütten an Strand‘ . Enmal käm „Paule Behnk“ un slögt dor ut Öwermut veertöllige Nagels rin. As „Huter“ dat sä, wür he bös un schimp; dor segg doch „Paule“ to eem:“ de treck man mit den Tän wär rut, wenn du sen häm‘ wis.“ „Huter“, de gorkeen Tän mehr har, war mit Recht ärgerlich un güng na „Lehrer Knaack“ un klag eem sien Leed. —
Nächsten Morgen segg „Knaack“ in de Klass‘:“ Dor hätt‘ doch gistern een Jung veertöllige Nagels bi denn oolen Huter in de Hangstütten schlaagen un meent : he kunn se jo mit den Tän wär ruttrecken. Ik laat mi ja’n Jungenstreich gefall’n – aver dit geiht to wiet!“ „Na, kumm ma na vörn .. Paul Behnk‘, wie müt woll mal mit’n anner snacken.“ ..
Ik glöw, de Tracht Prügel wer nich von slechten Öllern, de Paule insteken müss.

„Huter“ Lender der hatte, wie die anderen Fischer auch, Hängstützen (hier wurden die Netze zum trocknen aufhängt) am Strand. Einmal kam „Paule Behnk“ und schlug dort aus Übermut vierzöllige (ca 10cm) Nägel rein. Als „Huter“ das sah, wurde er böse und schimpfte, da sagte „Paule“ zu ihm: „die zieh man mit den Zähnen wieder raus, wenn du sie haben willst,“ „Huter“ der garkeine Zähne mehr hat, war mit Recht ärgerlich und ging zu „Leherer Knaack“ und klagte dem sein Leid.
Nächsten Morgen sagte „Knaack“ in der Klasse: „da hat gestern ein Junge vierzöllige Nägel bei dem alten Huter in die Hängstützen geschlagen und meinte: Er könne sie ja mit den Zähnen wieder rausziehen. Ich lasse mir ja einen Jungenstreich gefallen – aber das geht zu weit.“ „Na komm mal nach vorne … Paul Behnk, wir müssen wohl mal mit einander reden.“
Ich glaube, die Tracht Prügel war nicht von schlechten Eltern, die Paul einstecken musste.

aus der Schulzeitung 1977 – Teil 3

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 3

Jeden Abend köm’n de Jollen (lütt Ruderboot) vör Anker. Wenn Sturm opkäm, kunn man nich mehr dörch de Brandung – un so müssen rechttidig de Schwömmer ran. „Fide Knoop“, „Hermann Schütt“ un „Tetje Dankert“ hebt dat oftmals mokt. Dormit de Joll’n nu nich vullslögen, müssen se bannig schnell an Land troken warn und wenn „Lödl“ (Willy Lender) -de jo bi de Marine wär- grad Urlaub har, hülp her ümmer mit. „Lödl“ har bannig viel Knöf un mit sien groten Han‘ föt he eenmal ornlich an – un reet de Joll‘ gliks so 2-3 Meter ut’n Water rut,so dat de Fischer an Stran‘ Boot nafoten bruken.

Jeden Abend kommen die Jollen (kleine Ruderboote) vor Anker. Wenn Sturm aufkommt, kommt man nicht mehr durch die Brandung – und so müssen die Schwimmer ran. „Fite Knoop“, Hermann Schütt“ und „Tetje Dankert“ haben das oft gemacht. Damit die Jollen nicht vollschlagen, müssen sie verdammt schnell an Land gezogen werden und wenn „Lödl“ (Willy Lender) – der ja bei der Marine war – gerade Urlaub hatten half er immer mit. „Lödl“ hatte ordentlich viel Kraft und mit seinen großen Händen fasste er einmal ordentlich an – und riß die Jolle gleich 2-3 Meter aus dem Wasser raus, das das die Fischer am Strand nur nachfassen mussten.

aus der Schulzeitung 1977 – Teil 2

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 2
Op de muer oder ob de Bank an de Promenad‘ seet „Prinz Corl“ un spielt op sein Handharmonika — un de „Langbehn Busse“ bröchten de Gäst‘ von Bahnhof – dormals har timmendörp ja noch keen Bahnverbindung – von Niendörp an’n Timmendörper Stran‘. De beiden „Langbehns“ stün an Bahnhof un möken sik Konkurrenz. Manchmal har de Fru von Wilhelm Langbehn de Gäst‘ in eer’n Bus, un de anner Fru Langbehn de dortogehörigen Kuffer. Oha, dann wär awer wat los un dat gew Krach, dat de Fetzen un de Hoor flögen, un dorbi de Geldtasch’n dörch de Luft susen dünn, ‚un sik de Inhalt op de Staat ergeut. — Na, nu wer dat awer nich ümmer so, oft wer ok „eitel Sunnenschien“ twischen de beiden.

Auf der Mauer oder auf einer Bank an der Promenade saß „Prinz Corl“ und spielte auf seinem Akkordeon. — und die „Langbehn Busse“ brachten die Gäste vom Bahnhof – damals hatte timmendorf ja noch keine Bahnverbindung – von Niendorf an den Timmendorfer Strand. Die beiden Langbehns standen am Bahnhof und machten sich Konkurrenz. Machmal hat die Frau von Wilhelm Langbehn die Gäste in ihrem Bus, und die andere Frau Langbehn das dazugehörigen Koffer. Oha, dann war aber was los und das gab Krach, das die Fetzen und die Haare flogen und dabei die Geldtaschen durch die Luft sausten und sich sein Inhalt auf der Straße ergoß. — Na, nun war das aber nicht immer so, oft war auch eitel Sonnenschein zwischen den

 

aus der Schulzeitung 1977 – Teil 1

..von meinem Bruder bekam einige Seiten Papier…… eine „alte Schulzeitung“ von einem Treffen der ehemaligen Schüler aus den Jahren 1974 + 1977

 

Erster Auszug daraus für euch.

Da das eine besondere Art von Platt ist habe ich den Text 1:1 übernommen und dazu noch-  gleich mit Übersetzung.

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 1
Ik kann mi noch god erinnern, dat in Winter de Ringwaden an Stran drögt würn – un dat in Sommer de Badekoorn ünnen ant Water stün, von wo ist de Gäst‘ denn glick int water stegen. Dann güng se von Steg to Steg, maken mit de arme son beten Schwömmbewegungen – dat säh dann so ut, as kunn se datt..!

Ich kann mich noch gut erinnern, das im Winter die Ringwaden am Strand getrocknet wurden – und das im Sommer die Badekarren unten am Wasser standen, von wo die Gäste denn gleich ins Wasser stiegen. Dann gingen sie von Steg zu Steg, machten mit den Armen so Schwimmbewegungen – das sah dann so aus, als können sie das…!