aus der Schulzeitung 1977 – Teil 4

Schultreffen der Volksschule Niendorf Ostsee 1977
Zusammengetragen von Grete Dankert

Auszug 4

„Huter“ Lender de har, wie de annern Fischer ok, Hengstütten an Strand‘ . Enmal käm „Paule Behnk“ un slögt dor ut Öwermut veertöllige Nagels rin. As „Huter“ dat sä, wür he bös un schimp; dor segg doch „Paule“ to eem:“ de treck man mit den Tän wär rut, wenn du sen häm‘ wis.“ „Huter“, de gorkeen Tän mehr har, war mit Recht ärgerlich un güng na „Lehrer Knaack“ un klag eem sien Leed. —
Nächsten Morgen segg „Knaack“ in de Klass‘:“ Dor hätt‘ doch gistern een Jung veertöllige Nagels bi denn oolen Huter in de Hangstütten schlaagen un meent : he kunn se jo mit den Tän wär ruttrecken. Ik laat mi ja’n Jungenstreich gefall’n – aver dit geiht to wiet!“ „Na, kumm ma na vörn .. Paul Behnk‘, wie müt woll mal mit’n anner snacken.“ ..
Ik glöw, de Tracht Prügel wer nich von slechten Öllern, de Paule insteken müss.

„Huter“ Lender der hatte, wie die anderen Fischer auch, Hängstützen (hier wurden die Netze zum trocknen aufhängt) am Strand. Einmal kam „Paule Behnk“ und schlug dort aus Übermut vierzöllige (ca 10cm) Nägel rein. Als „Huter“ das sah, wurde er böse und schimpfte, da sagte „Paule“ zu ihm: „die zieh man mit den Zähnen wieder raus, wenn du sie haben willst,“ „Huter“ der garkeine Zähne mehr hat, war mit Recht ärgerlich und ging zu „Leherer Knaack“ und klagte dem sein Leid.
Nächsten Morgen sagte „Knaack“ in der Klasse: „da hat gestern ein Junge vierzöllige Nägel bei dem alten Huter in die Hängstützen geschlagen und meinte: Er könne sie ja mit den Zähnen wieder rausziehen. Ich lasse mir ja einen Jungenstreich gefallen – aber das geht zu weit.“ „Na komm mal nach vorne … Paul Behnk, wir müssen wohl mal mit einander reden.“
Ich glaube, die Tracht Prügel war nicht von schlechten Eltern, die Paul einstecken musste.