Grenzübergang zur DDR

Herleshausen/Wartha

Eines Tages kam der Chef und früh wer einen gültige Personalausweis mit hat.
Johannes HH 20, das war unser damaliger Rufname, hatte gewonnen. Mein damaliger Teamkollege und ich bekam den Auftrag vom Marienkrankenhaus Hamburg einen Patienten abzuholen und diesen zum Grenzübergang Herleshausen/Wartha zu transportieren, um ihn dort an die SMH (Schnelle Medizinische Hilfe) zu übergeben. Kein Funk, keine Gespräche mit dem Patient oder der Begleitperson, das war die Vorgabe.
Also, los ging das Abenteuer, Patient übernommen ein Mann Mitte 60 und eine Begleitperson männlich Mitte 30. Der nicht sehr sympathisch.

Guten Tag, wie geht es….Ende des Gesprächs.Die Begleitperson stieg hinten beim Patient ein und schob gleich die Verbindungsscheibe zu und ab ging die Fahrt.

Während der Fahrt öffnete sich dann doch die Scheibe und der jüngere versuchte eine zaghafte Unterhaltung. So erfuhren wir das der beide zur Stasi gehörten und der Patient in Hamburg operiert wurde.
Am Grenzübergang wiesen wir uns aus, 4 Personen mit Personalausweisen, 2 West und 2 Ost. Der Beamte des Bundesgrenzschutz wünschte uns viel Glück und sagte augenzwinkernd „wir haben ein Auge auf euch“.
Der Grenzbeamte der DDR Grenztruppe sagte „fahren sie geradeaus , man erwartet Sie“ und wie gaben win gewünscht Gas, immer geradeaus.

Nach 2 bis 3 Kilometer kamen uns Zweifel „ob das hier so richtig ist“? Der junge Begleiter könnte auch nicht helfen und war sichtlich überfordert.
Umdrehen oder Knast war angesagt. Kurz vor der Übergangsstelle kamen uns schon die ersten Vopo’s per Blaulicht entgegen. Ups, man geleitete uns auf einen Hinterhof, uns ging „der Stift auf Grundeis“.
Nach kurzem Disput war alles geklärt, alles ein Missverständnis.
„Und nun fahren Sie ihren Grangenwagen dort inne Halle“
„Nein, mache ich nicht“
„Fahren Sie sofort ihren Grangenwagen dort rein…“
„Nein, das tue ich nicht, die Halle ist zu niedrig und ich würde mein Dach abrasieren“
Der Vopo guggte und ging weg, er kam dann mit dem SMH Grangenwagen zurück, der fuhr dann in die Halle und wir rückwärts davor. Der Patient wurde umgelagert, natürlich hinter Sichtschutzwänden.

Kurzes zunicken und das wars.
Wir wurden durch Handzeichen aufgefordert wegzufahren. Das müsste man uns nicht zweimal sagen, ab gings Richtung Heimat.
Der gleiche Beamte vom Bundesgrenzschutz empfang uns und grinste, “ na, da war ein Abenteuer was“?
Ja, das war ein Abenteuer, bitte nie wieder.

Ein 1/4 jahr später sind wir dann über die B5 nach Berlin gefahren, der Vopo der uns kontrollierte kam mir bekannt vor, er schaute uns beide komisch an und winkte uns sofort durch…….
Tja, Bekanntheit hilft! 🙂

Sylvester in Hamburg

…einmal den Jahreswechsel im Rettungsdienstzugriff der Feuerwehr übernommen. der erste und einzigste Notfall führte und in die Fuhlsbüttler Strasse in eine Privat Wohnung. Wie man auf dem Foto (VW-T3) oben erkennen kann hatte unser Krankenwagen nur 4 Presslufthörner auf dem Dach…diese hatten allerdings die Angewohnheit im Winter einzufrieren. Es stand also ein Topf mit heißem Wasser auf dem Herd und wurde bei Alarm mit zum Krankenwagen genommen. drübergießen, kurz warten und dann mit Dauerhorn zum Einsatzort. Dort blieben die Hörner an bis wir uns einen ersten Überblick an der Notfallstelle verschafft haben. Hörner wieder aus, es war nur eine „kleine Augenverletzung“ durch Sektkorken.

 

50.000 DM

… eine Einweisung mit einem „roten D der Feuerwehr“, das sind verkappte Notfälle oder Transoporte die schon länger bei der Feuerwehr gelegen haben und dort nicht bedient werden konnte. Es ging in die Schimmelmannstrasse von dort sollte es ins Marienkrankenhaus gehen. Die Wohnungstür war nur angelehnt und der ältere Patient lag in der verwahrlosten Wohnung  auf dem Sofa unter einem Federbett. Das Laken und das Sofa waren kommplett durchgeweicht – er lag schon 14 Tage dort. Er war aber wach, ansprechbar und orientiert. Wir stellten also die Trage neben das Sofa und hoben den Pat an Händen und Füßen von Sofa hoch und lagerten ihn auf unsere Trage. Er stöhnte einmal kurz auf und lächelte uns dann aber gleich wieder an.

Oh, aus dem Sofa schauten drei Sprungfedern, diese müssten in seine Rücken gesteckt haben. –

„Bitte nehmen Sie noch den kleinen Papkarton aus dem Schrank dort mit…..“ Oh schreck, da waren jede Menge Geldscheine drin….die Verantwortung übernehmen wir nicht also haben wir die Polizei gerufen und die haben dann in der Wohnung fast 50.000DM gefunden. Es stellte sich herraus das er keine Familie hatte und seine Rente immer brav gesammelt hatte – für schlechte Zeiten, man weiß ja nie.

Im Marienkrankenhaus angekommen wurde er von unserer Trage direckt in die Badewanne verfrachtet – er lächelte seelig und war zufrieden mit sich und der Welt


Weihnachten

Auch das Marienkrankenhaus war eins der Hauptziele von uns. Bei einer Entlassung kurz vor Weihnachten, sollten wir eine Patientin nach Harvestehude bringen.  Wir waren damals mit „Praktikant“ besetzt also zu dritt, vor dem Eingang wurden wir von der Tochter begrüßt, die beiden Kollegen gingen auf Station und ich blieb unten am Auto, sie übergab mir drei 50DM Scheine – „aber sagen sie nichts meiner Familie“. Danke schön.

Im Zimmer bekamen dann meine Kollegen vom Ehemann wieder drei mal 50 DM, meine Kollegen wussten ja nchts von der Tochter, „aber sagen Sie nichts meiner Tochter“.

Am Transportziel angekommen begrüßte uns der Sohn und drückte uns dann auch noch einmal drei mal 50DM in die Hand, „aber sagen Sie nichts meienr Familie“.

Weihnachten war für uns gerettet.